Europäische Bischöfe sehen den Kontinent in ernster Krise
05.10.2009 15:50 Die Hoffnungen, die sich vor 20 Jahren beim Mauerfall auf Europa gestützt hätten, seien bis jetzt noch nicht wirklich realisiert.
Paris, 05.10.2009 (KNA) Die Bischöfe Europas sehen den Kontinent in einer "ernsten Krise". Die Hoffnungen, die sich vor 20 Jahren beim Mauerfall auf Europa gestützt hätten, seien bis jetzt noch nicht wirklich realisiert, heißt es in der am Wochenende in Paris veröffentlichten Schlussbotschaft der Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Der Aufbau Europas sei allerdings "ein Abenteuer, das sich zu leben lohnt", heißt es zugleich in der Botschaft. Ausdrücklich betonen die Bischöfe, sie seien Träger einer Vision des Menschen, die sie in den Dienst beim Aufbau Europas stellen wollten. Die Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenzen Europas beklagen in ihrer Erklärung, der Aufbau der EU gehe mit wachsendem Konsum einher. Allerdings müsse beachtet werden, dass die Gesetze des Marktes und der Konkurrenz nie ein Ideal hervorbringen könnten. Auch das Ziel, dem Einzelnen größtmögliche Freiheit zuzugestehen, berge Risiken. Eine Gesellschaft, in der jeder Einzelne und jede Gruppe nur die eigenen Interessen verteidigten, könne "nichts anderes als ein Dschungel" sein. Eine Gefahr stelle auch ein Relativismus in der Gesellschaft dar, bei dem sich jeder seine eigenen Normen gebe, heißt es in der Botschaft. Das Leben in der Gesellschaft könne sich aber nur auf gemeinsame Normen stützen. Sorge äußerten die Bischöfe wegen vieler Gesetze, die sich gegen das authentisch Gute stellten. Die Bischofskonferenz-Vorsitzenden unterstreichen, der Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod sei keine verlorene Sache. Die CCEE-Mitglieder hatten von Donnerstag bis Sonntag in Paris getagt.
|
|
Abtprimas: Merkel und FDP stehen für christliche Werte
05.10.2009 15:43 Abtprimas Notker Wolf nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die FDP gegen den Vorwurf in Schutz, kirchliche Anliegen auszublenden.
Rom, 05.10.2009 (KNA) Abtprimas Notker Wolf hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die FDP gegen den Vorwurf in Schutz genommen, kirchliche Anliegen auszublenden. "Merkel steht durchaus für christliche Werte", sagte der oberste Benediktiner der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Rom. Auch in der FDP, die zweifellos keine "Kirchenpartei" sei, gebe es Politiker, die sich für Belange der Kirchen einsetzten. Als Beispiel nannte Wolf FDP-Generalsekretär Dirk Niebel. Zugleich äußerte sich Wolf positiv über das Ergebnis der Bundestagswahl. Die "Gefahr des Staatsdirigismus" sei gebannt. Er wandte sich ferner gegen eine "zu katechismushafte" Beurteilung der Parteien und forderte eine größere politische Offenheit des Katholizismus. Die Kirche müsse "ihr Ghetto" verlassen, forderte der Abtprimas.
|
|
Zweite Afrikasynode beginnt am Sonntag im Vatikan
02.10.2009 16:55 244 Delegierte, unter ihnen 228 Bischöfe, nehmen an der am Sonntag im Vatikan beginnenden Afrikasynode teil.
Vatikanstadt, 02.10.2009 (KNA) 244 Delegierte, unter ihnen 228 Bischöfe, nehmen an der am Sonntag im Vatikan beginnenden Afrikasynode teil. Neben 197 Kirchenführern aus 53 afrikanischen Ländern beraten die Leiter der vatikanischen Kurienbehörden sowie Vertreter der Weltkirche drei Wochen lang über das Thema: "Die Kirche in Afrika im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden". Eröffnet wird die zweite Bischofssynode für Afrika - eine erste hatte 1994 in Rom getagt - am Sonntag mit einer Papstmesse im Petersdom. Mit der Synode wolle Papst Benedikt XVI. den Einsatz der Kirche Afrikas für Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden vertiefen, unterstrich der kroatische Synoden-Generalsekretär Erzbischof Nikola Eterovic am Freitag bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Dies sei grundlegend für die Gegenwart und für die Zukunft der katholischen Kirche auf dem Kontinent. Dabei spiele die Ökumene, aber auch der Kontakt mit nichtchristlichen Religionen sowie mit allen Menschen guten Willens eine wichtige Rolle, betonte Eterovic. Als Sondergäste werden auch Diplomaten und Vertreter anderer Kirchen vor den Synodalen reden, sagte der Sekretär. Darunter sind der Äthiopische Patriarch Paulos (6.10.), FAO-Generaldirektor Jacques Diouf (12.10.) sowie Rudolf Adada, der frühere Chef der Friedensmission für Darfur (9.10).
|
|
Katholische Jugend mahnt Schuldenabbau an
02.10.2009 17:00 Die katholischen Jugendverbände fordern vom Bundestag und der nächsten Regierung die Berücksichtigung von Kinder- und Jugendinteressen.
Berlin, 01.10.2009 (KNA) Die katholischen Jugendverbände haben Bundestag und nächste Regierung zur Berücksichtigung von Kinder- und Jugendinteressen aufgefordert. Dazu zähle auch der Schuldenabbau zugunsten der jungen Generation, erklärte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Berlin. Die Bundesvorsitzende Ursula Fehling verwies auf die Jugendarbeitslosigkeit und mahnte mehr Engagement gegen Kinder- und Jugendarmut an. Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 650.000 Mitgliedern.
|
|